Dolfi und Marilyn von Françoise Saintonge

Titel: Dolfi und Marilyn
Autor: Françoise Saintonge (Pseudonym)
Übersetzer: Olaf Roth
Veröffentlicht: 2014
Seitenzahl: 288
Verlag: Carl's Books
Serie: Nein
Genre: Roman
Preis: 14,99€

Zum Cover:
Das Cover ist sehr gut gewählt. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich durch die ganzen Hitler Filme nicht ganz sicher war wie Adolf wirklich aussah und ich ihn wahrscheinlich ohne Bärtchen nicht erkannt hätte. Die Frisur findet man schliesslich heute bei den meisten BWL-Studenten. Durch die Anreihung an Marilyns und Adolfs kann man darauf schliessen, dass es sich um Klone handelt. Jedoch hat jeder Klon seinen eigenen Gesichtsausdruck. Die Marilyn im Vordergrund sieht wie die selbstbewusste, aber auch biestige moderne Frau aus, während die da hinter eher aussieht als wäre en heruntergefallener Teller das Ende der Welt. Der vordere Adolf hat irgendwie was böses an sich, während der hinter Marilyn total lieb aussieht. Aber vom Aussehen sollte man sich ja bekanntlich nicht beeinflussen lassen.

Zur Geschichte:
Die Idee hinter der Geschichte spielt etwa 50 Jahre in der Zukunft und ausser der Klone hat sich nicht wirklich viel verändert. Marilyn und ihr Beistzer Bassompierre gucken sogar noch DVDs.. nach wenn das kein Rückschritt ist vom 4k-Fernsehen :D Die Story an sich ist nicht schlecht. Tycho Mercier, ein Geschichtsprof an der Uni Sorbonne in Paris kommt nach einem anstrengenden Tag nach Hause und findet den Schrecken des 20. Jahrhunderts in seinem Wohnzimmer vor. Tychos Sohn Bruno ist hin und weg von "Dolfi", wie er ihn liebevoll getauft hat, und findet es gar nicht lustig, dass sein Vater den Klon zurückgeben möchte. Nachdem Tycho sich erkundigt wie es möglich wäre Dolfi loszuwerden, fängt er an Gewissensbisse zu bekommen, schliesslich ist Dolfi, auch wenn er ein Klon ist, ein Mensch. Und wenn er ein Mensch ist, sollte er doch auch Gefühlt haben, oder etwa nicht? Dank diesen Gewissensbissen, zögert sich die Rückgabe Dolfis soweit raus, dass auf einmal eine in Tränen aufgelöste Marilyn vor seiner Haustür steht und bei ihm einziehen möchte. Doch diese Marilyn hat keine Matrikelnummer die sie als Klon identifiziert. Ist die vielleicht eine billige Raubkopie?

Meine Meinung:
Der Schreibstil ist gar nicht mal so schlecht. Es handelt sich bei Françoise Saintonge um ein Pseudonym eines wohl sehr wichtigen französischen Autors. Diese Erfahrung des Autors, spiegelt sich in der Wortwahl wieder und führt zu einem letztendlich sehr gut geschriebenen Buch.
Jedoch hat mich unheimlich gestört, dass Tycho einen Gedankenblitz hat, der dann erst einmal 3 Seiten lang mit sich selbst ausdiskutiert wird um dann, nach Abschweifungen und anderen Sachen, zum Ursprungsgedanken zurückkehrt welcher dann für gut befunden wird. Sehr nervend, Der Protagonist ist zwar ein liebender Vater und, nachdem er von seiner Frau mindestens ein halbes dutzend Mal betrogen und schliesslich verlassen wurde, ein einsamer Mensch, jedoch ist er dermassen überfürsorglich, dass man ihn am liebsten erwürgen würde.

Fazit:
Idee: gut. Geschichte: ganz in Ordnung. Schreibstil: sehr gut. Umsetzung des ganzen: naja.
Die doch sehr vielversprechende Idee, entpuppt sich nach und nach als langweilige Geschichte die ab Kapitel 20 nur noch mit Alkohol zu ertragen ist. Die Ausschweifenden Gedankengänge Tychos werden zur Qual und man kann locken ein Paar Seiten überspringen ohne grossartig wichtiges verpasst zu haben.
Das Buch erhält nur 2 von 5 Sternen weil es, obwohl die Idee sehr interessant war, nicht meine Erwartungen erfüllt hat und bis auf die Klone nicht viel von Zukunft hatte.

-Henny

Vielen Dank an den Carl's Books Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

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