Mumbai: Die Suche nach dem Gateway of India und die Flucht vor Terence

Die Suche nach dem Gateway of India

Wie schon im vorherigen Post erwähnt, sind wir um 13h aufgestanden. Bis wir uns fertiggemacht haben und losgegangen sind, ist noch einmal eine halbe Stunde verstrichen. Aber dann gehts los. Wir bekommen eine Karte von der Rezeption und verlassen das Hotel. Einfach die Strasse runter bis wir zu einem grossen Platz kommen. Und ab da Links runter. Ist ja eigentlich nicht so schwer. Hätten wir nicht dieses Talent uns zu verlaufen...

Wir sind also die Strasse runter, bis wir an einem Platz angelangt sind. Der Platz war zwar nicht so super gross, aber er sah aus wie der auf der Karte. Also mussten wir ja nun Links abbiegen. OK. No Problem. Also links abgebogen und die Strasse runter. Auf der rechten Seite sollte nun ein Yacht Club erscheinen. Ein Seamens Club. Ist doch das gleiche. Also weiter. Bis wir am Ende der Strasse angekommen sind und dort, anstatt des Gateway of India eine etwa 3 Meter hohe Mauer stand.

Die gleiche Strecke zurück. Als ich dann auf die Karte guckte, merkte ich das wir etwa 2/3 der Strasse zu früh abgebogen sind. Kann ja niemand Ahnen das diese Stadt so verdammt riesig ist. 20 Minuten weiter in der prallen Sonne, bei einer Luftverschmutzung bei der man sich fühlt als würde man in Schmutz nur so baden, sind wir endlich an dem eigentlichen Platz angekommen. Links abgebogen und ab in ein Restaurant. Wir haben uns für eine Pizzeria entschieden weil.. Naja, es sah hygienischer als der Rest aus und ganz ehrlich, eine gute Pizza kann einiges an Verzweiflung über dieses Land retten. Ab hinein. Wir haben eine Pizza bestellt, da ich nicht so hungrig war (ich kann bei einer extremen Hitze nicht so viel essen) und gebackene Champignons als Starter. Die Pizza war verdammt lecker. Scharf, wie alles hier, aber so eine gute Pizza habe ich lange nicht gegessen. Also, falls ihr zum Gateway of India geht und auf der Strasse links eine Pizzeria mit dem Namen Pizza Express seht, wisst ihr das es dort sehr gute Pizza gibt! 

Vor dem Gateway of India muss man durch eine Polizeikontrolle… Wofür wohl? Den Sinn dahinter hab ich noch nicht gefunden, da man einfach durch so einen Metalldetektor läuft und das wars. Aber naja, vielleicht nur um eine innerliche Sicherheit zu stiften. Das Gateway of India wurde als Andenken für King George und Queen Mary und die Ankunft der Briten in Indien 1911 erbaut und gilt noch heute als Wahrzeichen Mumbais. Nach Fotos über Fotos mit Indern die meinten sie müssen ein Bild mit Europäern haben, sind wir wieder rausgegangen. Rechts von dem Eingang um zum Gateway zu kommen, kann man Tickets für die Fahrt nach Elephanta kaufen, dies werden wir im laufe der Woche machen, da Elephanta wirklich toll aussieht. 

Danach sind wir weiter die Strasse runter zum Taj Mahal Hotel & Towers. Ein tolles Gebäude aber für unsere Verhältnisse wahrscheinlich deutlich zu teuer. Nach nun 5 Stunden durch Mumbai zu rennen, sind wir nach Hause. Der nächste Tag würde ja noch deutlich spannender werden...

Die Flucht vor Terence

Nach ganz viel gelaufe durch die Stadt, haben wir uns am Marina Drive, der Strandpromenade Mumbais hingesetzt. Dort haben wir die Leute beobachtet, Krebse gesehen und die Windböen vom Indischen Ozean genossen. Und dann kam er. Terence. Ein in schwarz gekleideter, mit langen Haaren dekorierter Inder. Er setzte sich neben uns und fing ein Gespräch an. Nach einiger Zeit fragte er uns was wir bisher in Mumbai angeguckt haben. Seine Reaktion auf unsere Antwort “all that Tourist-shit”. Dann fragte er ob wie das echte Mumbai kennenlernen wollten. Klar wollten wir das. Aber mit ihm? Er holte ein Heft heraus in dem scheinbare “Kunden” von ihm positive Rückmeldungen über ihn geschrieben hatten. Auf Deutsch, auf Englisch, auf Französisch, usw. Olli und ich sind ja wirklich Weltoffen und abenteuerlustig also sind wir einfach weiterhin drauf eingegangen. Was sollte schon passieren, am heiligsten Tag mitten auf dem Marina Drive, voll von Menschen? Also redeten wir weiterhin mit ihm, er erzählte uns, dass er uns die traurigen, schockierendsten, abenteuerreichsten faszinierenden und überwältigenden Seiten Mumbais zeigen wollte. Er drückte uns eine Karte in die Hand und meinte wir sollen alles auf einem Kaffee oder Tee besprechen.


Da wir beide das letzte Geld das wir dabei hatten gerade für etwas zu Essen ausgegeben hatten. Haben wir ihm gesagt, dass wir kein Geld hätten und auch sehr wenig Zeit. Aber das war ihm egal, er meinte nur zwei Minuten und alles gut. Okay, also sind wir ihm hinterher. Eine grosse Strasse, mit vielen Passanten und sogar unser geplanter Rückweg bzw. der Weg auf dem wir gekommen waren. Er drückte uns seine Karte in die Hand und holte eine Hupe raus. Da war uns klar, dass er nicht ganz beisammen war, aber naja, mal sehen. Auch dem Weg die Strasse herunter, hupte er die ganze Zeit irgendwelche Passanten an… Als wie gesagt, ganz normal war er nicht.

Als wir an einer Kreuzung angekommen waren, hat Olli ihm nochmals deutlich gesagt, dass wir kein Geld mehr haben und sehr sehr wenig Zeit. Da ist er sehr sauer geworden und hat seine Karte zurückverlangt. die er daraufhin zerrissen und über den Boden verteilt hat. Gegenüber sah er dann eine Bank und drängte uns dort Geld zu holen. Da wir aber keine Kreditkarte dabei hatten sondern nur Euro, aber es Samstag nachmittag war und man da kein Geld wechseln kann, war diese Bank für uns unnütz. 

Er wurde immer wütender, weshalb wir uns irgendwann umgedreht haben um zu gehen. Da hat er angefangen uns hinterher zu rufen wir wären Lügner usw. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl er würde uns abstechen, deshalb sind hab ich auch Gas gegeben als ich gesehen habe, dass der Typ uns folgte. Jedoch war er irgendwann so nah, dass ich mich umgedreht habe um laut zu rufen, dass er uns in Ruhe lassen soll. Ich hatte nämlich am Abend zuvor gelesen, dass wenn man sich als Frau unwohl fühl eine grosse Szene machen solle, da es in Mumbai so viele Menschen gibt, so dass sich immer jemand findet der einem hilft. Ich schrie ihn also an er solle uns in Ruhe lassen und weggehen und bald kam uns ein Mann zu Hilfe der Terence abschreckte.

Wir sind ganz schnell weiter, aber da ich als Frau es ja schon kannte von Creepy Männern verfolgt zu werden (gerade was Peking angeht ist das echt dreist), hab ich Olli darauf hingewiesen, dass er uns garantiert folgt. Und so war es auch. Als wir die Strasse zu einem offenen Cricket-Feld überquerten, sah ich ihn etwa 50 m hinter uns. Also schnell weiter. Wir sind den Weg über das Feld gelaufen und dahinter wieder abgebogen, eigentlich in die Richtung aus der wir kamen, aber das war ja egal, wir mussten eh dort hin. Und so durch die Gegend rennen in verwirrenden Mustern ist ja auch Verfolger-Feindlich :).

Terrence ist uns bis über das Spielfeld gefolgt, hat uns danach aber wahrscheinlich nicht mehr gesehen, weil wir danach Ruhe von ihm hatten.

Die Strecke die wir zuvor in etwa 2-2:30 Stunden gegangen waren, haben wir nun in 30 Min zurückgelegt. Ich hatte so viel Adrenalin im Körper, dass die Strecke ein Klacks war. Leider hat Terrence unseren Tag etwas zu früh beendet, aber trotzdem war es ein toller Tag mit einem grossen Abenteuer von dem ich noch vielen erzählen werde.

Im Nachhinein ist es sehr ärgerlich, dass Terence so betrunken war, denn er hat echt wirklich gute Referenzen im Internet (naja, auch einige die seinen Alkoholismus kritisieren).

 -Henny

1 Kommentar:

  1. Wow, ihr erlebt ja Sachen dort. Ich glaube ich wäre genauso schnell gewesen wie ihr. Der kann einem ja echt Angst machen der Terence^^ Bin schon gespannt was der nächste Tag für euch bereit hält :)

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