Ich will doch bloss sterben, Papa von Michael Schofield

Titel: Ich will doch bloss sterben, Papa
Autor: Michael Schofield
Veröffentlicht: 2014
Seitenzahl: 336
Verlag: Kösel
Serie: Nein.
Genre: Biographie / Sachbuch
Preis: 19,99€
Hier Kaufen! 

Zum Cover:
Das Cover ist super schlicht. Ich hätte es wahrscheinlich nie in die Hand genommen, wäre da nicht dieser herzzerreissende Titel.

Zur Geschichte:
Jani war ein Wunschkind, das Leben ihrer Eltern ist nun perfekt. Doch schon von Anfang an ist Janni anders als die anderen Kinder. Sie schläft nicht durch, maximal 5 Stunden die Nacht und dies nur in 20 Minuten Intervallen, Ihre Eltern müssen sie ständig bespassen, damit sie auch nur ansatzweise ruhig ist und als dann irgendwann noch ihre hunderte imaginären Freunde dazustossen, sind die Eltern sich sicher, dass etwas nicht stimmt. Es beginnt ein Ärzte-Marathon, der nicht nur zur Belastung für Janni wird, sondern auch für die Eltern.

Meine Meinung:
Oh Mann.. Ich bin wirklich hin und hergerissen! Auf der einen Seite, habe ich dieses Buch verschlungen. Auf der Anderen, habe ich mit einer riesigen Wut im Bauch gelesen. Aber erst einmal zum positiven:
Das Buch lässt sich unheimlich gut lesen. Der Schreibstil des Autors, welcher auch gleichzeitig der Vater von Janni (oder Jani, worauf sie jetzt nur noch hört) ist sehr emotional und gefühlvoll geschrieben. Er beschreibt den Weg zur endgültigen Diagnose sehr, sehr ehrlich. An vielen Stellen musste ich den Kopf schütteln, weshalb jemand so etwas über sich selbst schreibt, denn nicht alles was Herr Schofield über sich von sich gibt, ist das Gelbe vom Ei. Doch man merkt schnell, das dieser Vater alles für seine kranke Tochter tun würde und ihm der Rest der Welt so was von egal ist, hauptsache Jani geht es gut!
Leider hat mich der Erziehungsstil der beiden Eltern überhaupt nicht zugesagt. Es fängt damit an, dass Jani alles machen darf was sie will und ihr keine Grenzen gesetzt werden. Als den Eltern empfohlen wird, dies endlich zu tun, tut sich Michael unheimlich schwer damit, währen Susan (die Mutter) immer wieder dazwischen redet, dass er sie doch lassen sollte. Dies artet nicht selten in Streits aus, erst nur vor Jani, dann auch vor Bodhi, ihrem kleinen Bruder, ausgetragen werden. Doch nicht nur das, es wird direkt vor der Kleinen diskutiert, wie unnormal sie sich verhält und welche psychische Krankheit sie haben könnte. Ich selbst habe keine Kinder, aber es ist doch eigentlich gesunder Menschenverstand, nicht vor seinen Kindern schlecht über diese zu reden, oder nicht?
Bei einem weiteren Vorfall, bei dem ich mir leider nicht die Seitenzahl aufgeschrieben habe, erzählt Michael Schofield stolz, dass er Jani stundenlang in ihren vollgemachten Windeln liegen lassen konnte, ohne dass sie dies gestört hätte. Entschuldigung aber wie kaputt ist das denn?!
Generell ist die Einstellung Michaels sehr absurd. Er sieht sich selbst als das Zentrum der Welt. Nur er versteht wie intelligent Jani eigentlich ist (sie hat einen IQ von 146, was auch wiederholt von ihm erwähnt wird), alle anderen, inklusive Ärzten haben keine Ahnung davon. So kommt es bei Fragen von einem Psychiater, woher denn die sechsjährige Jani weiss, was Schizophrenie ist, die Erklärung sie wäre unheimlich intelligent. Es ist klar, dass für Eltern ihr Kind etwas besonderes ist, aber alles hat seine Grenzen. Man kann mir doch nicht erzählen, dass ein kleines Kind nachgeschlagen hat, was Schizophrenie ist, ohne dieses Wort jemals gehört zu haben...

Fazit:
Ein ergreifendes Buch über die Liebe eines Vaters, welches wunderschön geschrieben ist aber auch dem Leser ein bitteren Nachgeschmack gibt.
Falls der "Fall" euch weiter interessieren sollte, empfehle ich euch auf jeden Fall die Dokumentationen bei Youtube zu schauen. Dort sieht man auch, dass mittlerweile auch Janis kleiner Bruder, Bodhi, etwas seltsam handelt. Ob dies nun eine echte Krankheit ist, oder nur das Nachahmen seiner Schwester, lasse ich mal so dahin gestellt.



Vielen Dank an den Kösel Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

1 Kommentar:

  1. Hallöchen :D
    Ich interessiere mich ja auch schon ziemlich lange für dieses Buch..
    Mal sehen wann ich endlich dazu kommen werde.

    Auf jeden Fall eine schöne Rezension.

    Liebst, Lotta

    AntwortenLöschen