Verschwundene Seelen - Die Vergessenen der Wirklichkeit von Annika Meyer



Titel: Verschwundene Seelen - Die Vergessenen der Wirklichkeit
Autor: Annika Meyer
Veröffentlicht: 2016
Seitenzahl: 340
Verlag: Fabulus
Serie: Nein.
Genre: Jugendbuch
Preis: 16,95€


Zum Cover:
Das Cover ist sehr mystisch und hat mich dadurch direkt angesprochen. Das grüne Licht und der Baum haben etwas gruseliges an sich, dass den Leser auf eine spannende Geschichte hoffen lässt. Auch der grüne Buchschnitt gibt dem Buch etwas besonderes, da er diese düstere Stimmung des Covers auf das Gesamte Buch überträgt. Wäre der Schnitt normal gewesen, wäre diese beim Aufschlagen des Buches sofort wieder erloschen. 

Zur Geschichte:
Alina und weitere sechs Jugendliche gehören zum engeren Kreis der Auserwählten. Sie sollen das Buch des Lebens, das »Zauberbuch«, vor der Vernichtung durch die Schattenmenschen retten. Dazu sind die Aus- erwählten mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet. Im Kampf um das Gute haben sie es jedoch mit einem übermächtigen und verschlagenen Feind zu tun, der mit aller Brutalität vorgeht. Werden die sieben diese Schlacht letztendlich für sich entscheiden und die Schattenmenschen zurückdrängen können? Der Preis ist hoch, den die Auserwählten für ihre Berufung zu zahlen haben: Solange sie sich in ihrer Parallelwelt bewegen, verlieren Freunde, Verwandte und Kameraden in der »normalen« Welt jegliche Erinnerung an sie. Die Auserwählten sind dann die »verschwundenen Seelen«.                                                                                         Fabulus Verlag

Meine Meinung:
Die Idee ist wirklich sehr gut! Klar, Teenager mit Fähigkeiten die gegen das Böse kämpfen gibt es massenweise. Aber die Wendung mit der Parallelwelt und dem vergessen habe ich noch nie gelesen und war deshalb bereits vom Buch überzeugt als ich den Klappentext gelesen habe. Das die Autorin noch so jung ist, war zwar nicht ausschlaggebend aber hat auch seinen Teil dazu beigetragen. Mit viel Fantasie hat Annika Meyer eine komplexe Geschichte geschaffen, die viel Potential hat, leider scheitert das Buch an der Umsetzung. Diese ist nämlich fernab von innovativ und spannend.
Der Einstieg in das Buch geht ziemlich zügig von statten, jedoch verhaspelt die Autorin sich in Nebensächlichkeiten und Logik-Fehlern. Ich hatte einige Momente beim Lesen, bei denen ich keine Ahnung hatte was eigentlich wieso gerade passiert. Dies hat den Lesefluss ziemlich beeinträchtigt, was ich wirklich sehr schade finde.

Die Protagonisten, sieben an der Zahl, sind mir ein bisschen zu unrund gewesen. Während Alina, Jonas und Luna sich von den anderen wenigstens ein bisschen abgehoben haben, waren Fabio, Anton und Cedric blasse Gestalten, die keinen eigenen Charakter entwickelt haben und austauschbar geblieben sind. Als letztes war da noch Mia, ein 10-Jähriges Mädchen. Sie hat mir gefallen, trotzdem hatte ich im gesamten Buch nie das Gefühl, dass sie wirklich erst 10 ist. In keinsterweise hat sie sich im Verhalten von den älteren Protagonisten abgehoben, was mir doch sehr unlogisch erschien. Die Autorin hätte hier mehr Unterschiede ausarbeiten können. Nicht nur die Nähe zu den Charakteren hat mir gefehlt, auch die Nähe der Charaktere untereinander ist fast unauffindbar. Innerhalb von wenigen Seiten entstehen Freundschaften, die eigentlich überhaupt keine Anhaltspunkte haben und irgendwie erzwungen wirkten. So auch die "Liebesgeschichte", die aus dem Nichts kam.
Ein weiterer Punkt, der mich etwas gestört hat, ist die unnötige Brutalität und die schnelle Akzeptanz. Während Alina scheinbar innerhalb von Sekunden ihr Schicksal akzeptiert, tötet sie kaltherzig als hätte sie nie etwas anderes getan. Das erschien mir doch etwas happig, da sie ein paar Tage zuvor ein stinknormaler Teenager war.

Der Schreibstil der Autorin war zu Beginn des Buches extrem holprig. Ich habe mich zeitweise gefühlt als würde ich den Aufsatz einer 12-Jährigen lesen. Doch er verbessert sich Gott sei Dank im Laufe des Buches. Da Annika Meyer mit 13 anfing das Buch zu schreiben, spiegelt sich natürlich ihre persönliche Entwicklung in dem Schreibstil wieder. Schade finde ich jedoch, dass sie scheinbar nach beenden des Buches, dieses nicht nochmal überarbeitet hat. 
Fazit:
Auch wenn ich einige Kritikpunkte habe, hat mir dieses Buch ein paar schöne Lesestunden bereitet. Wäre das Lektorat vielleicht ein bisschen kritischer gewesen, hätte man sehr viel aus der Idee der Autorin rausholen können. So ist diese in Logikfehlern und Nebensächlichkeiten ein wenig untergegangen.

Vielen Dank an den Fabulus Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars 


1 Kommentar:

  1. Liebe Henny,

    ich kann dich absolut verstehen. Ich hab das Buch heute beendet und eben eine Rezi dazu geschrieben. Mir er ging es nicht anders. Die Grundidee hat mir wirklich sehr gut gefallen, und ja ich fand die Charaktere teilweise auch ziemlich blass. Man merkt ihr manchmal an, dass sie noch sehr jung ist. Aber ich muss sagen, dass sie durchaus Potenzial hat, was in dem Buch leider nicht ganz zum Ausdruck kam.

    Ich verlinke dir mal meine Rezi. Wenn du magst, kannst du ja mal vorbei schauen: http://catas-welt.blogspot.com/2016/06/rezension-verschwundene-seelen-die.html

    Liebste Grüße und einen schönen Restsonntag!
    Caterina

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