Schizo - Vertraue niemandem. Vor allem nicht dir selbst. von Nic Sheff


Titel: Schizo - Vertraue niemandem. Vor allem nicht dir selbst.
Autor: Nic Sheff
Veröffentlicht: 2015
Seitenzahl: 272
Verlag: FJB
Serie: Nein. 
Genre: Roman
Preis: 8,99€


Zum Cover:
Das Cover des Buchs gefällt mir sehr gut. Es zeigt durch die verschobene Überlagerung des Bildes in unterschiedlichen Farben, den Zwiespalt eines schizophrenen Geistes. Die Schrift, die einen regelrecht anschreit und die Farbenkombination haben sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen und mich dazu gebracht, mir das Buch näher anzugucken.

Zur Geschichte:
Nach dem rauchen eines Joints hat Miles seinen ersten schizophrenen Anfall. Krähen hacken auf ihn ein und wollen ihn töten. Während die Aufmerksamkeit seiner gesamten Familie auf ihn gerichtet ist, verschwindet sein jüngerer Bruder spurlos. Als die Polizisten nach zwei Jahren die Suche aufgeben, ist Miles am Boden zerstört. Er weiß, dass sein Bruder noch lebt und beginnt auf eigene Faust nach ihm zu suchen. Nur um auf eine Wahrheit zu stoßen, die alles was er geglaubt hat, in Frage stellt. 

Meine Meinung:
Als ich an das Buch ranging, hatte ich keine Ahnung was mich erwartet. Klar, Schizophrenie ist bekannt, aber eher aus dem TV als aus nächster Nähe. Und wir wissen alle, dass Hollywood nicht unbedingt wenig ausschmückt..

Zunächst lernen wir Miles und seine Freunde kennen. Er scheint ein ganz normaler, irgendwie etwas verpeilter Jugendlicher zu sein, der einen ausgeprägten Sinn für Recht und Unrecht hat. Wir begleiten ihn das gesamte Buch über durch seine Versuche seinen Bruder aufzufinden, zeitgleich jedoch Realität von Fantasie zu unterscheiden.
Der Autor, welcher selbst nicht unbedingt ein unbeschwertes Leben führt und auch schizophrene Episoden durchlebt, hat es geschafft mich in die Geschichte hineinzuziehen ohne das ich es bemerke. Kaum hatte ich die ersten Kapitel gelesen, war ich angefixt und wollte selbst herausfinden, wie sich die Schizophrenie äußert. Genau wie Miles, hatte ich keine Ahnung, was nun nur in seinem Kopf geschieht und was wirklich da ist. Momente, in denen sich herausgestellt hat, dass Sachen bei denen ich mir sicher war, dass sie imaginär sind, wirklich passieren, waren aufwühlend und haben mich vollständig aus dem Konzept geworfen.
Als Leser bekommt man einen tiefen Einblick in die Psyche eines schizophrenen Jugendlichen. Ich will hier nicht behaupten, dass jedes Krankheitsbild gleich verläuft. Aber ich habe nach diesem Buch das Gefühl, die Krankheit etwas besser zu verstehen als vorher.

Zwar ist der Schreibstil Nic Sheffs etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem das ständige Fluchen ging mir auf den Geist, trotzdem hat er es geschafft mich bis 4h morgens lesen zu lassen. Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen!

Fazit:
Ein trauriges aber zeitgleich auch wunderschönes Buch, über den Weg eines schizophrenen Jugendlichen, welches zum Nachdenken anregt und Hoffnung schürt. 



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